Kreative Zerstörung
Innovation ist der Treibstoff für den Schumpeterschen Prozess der kreativen Zerstörung. Innovation in diesem Zusammenhang bedeutet dabei im Wesentlichen die Entdeckung unternehmerischer Gelegenheiten und den kreativen Prozess, neue oder veränderte Information zu nutzen, um Althergebrachtes zu hinterfragen, das Marktgleichgewicht zu erschüttern und neue, verbesserte Formen wirtschaftlicher Aktivität zu etablieren. "Innovation" bedeutet also keineswegs nur die Einführung eines neuen Produkts, sondern kann auch eine neue Produktionsmethode, die Erschließung eines neuen Marktes oder neuer Ressourcen und die Reform industrieller Organisationsformen bedeuten.
Die Rolle des Entreprenuers ist in diesem Prozess wesentlich. Er muss über bestimmte Eigenschaften wie Intuition, Unabhängigkeit, Selbstvertrauen, Ehrgeiz und natürlich Kreativität verfügen, um in der Lage zu sein, Neues zu schaffen und damit die Marktbedingungen zu verändern. Lesen sie dazu mehr unter dem Unterpunkt "Wer ist ein Entrepreneur".
Unternehmerische Gelegenheiten
Veränderungen externer technologischer, politischer, sozialer oder demographischer Rahmenbdingungen bilden in Schumpeters Theorie die Grundlage für die Entstehung neuer Informationen und Gelegenheiten für potenzielle Entreprenuers.
So verändert z.B. technologischer Fortschritt den relativen oder absoluten Wert von Ressourcen und ebnet damit den Weg, diese neu zu rekombinieren und von dieser Innovation zu profitieren. Ebenso können politische Reformen wie Deregulierung oder die Subvention bestimmter Ziele bzw. Wirtschaftsbereiche den Wert der dort eingesetzten natürlichen, finanziellen und humanen Ressourcen verändern und ebenfalls lukrative Möglichkeiten für Unternehmensgründungen anstoßen.
Von zunehmender Bedeutung ist auch die demographische Entwicklung bzw. soziale Dynamik der modernen Gesellschaften. Schumpeter unterscheidet Urbanisierung, Populationsdynamik und Bildungsinfrastruktur als übergeordnete Kategorien. Zunehmende Urbanisierung erleichert den Austauch von Erfahrungen und Wissen, insbesondere von solchem, das nicht kodifiziert ist, sondern durch direkte Interaktion übertragen wird. Darüber hinaus wird der Zugang zu innovativen Vorbildern erleichtert und entfaltet einen positiven Effekt auf die Innovationstätigkeit. Größe und Wachstum der Bevölkerung erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine zunächst riskante Investition über einen größeren Markt amortisiert. Eine ausgeprägte Bildungsinfrastruktur trägt in vielfältiger Weise zu einem positiven Innovationsklima bei, indem neues Wissen zunächst geschaffen wird und über Lehre und Spin-Offs in die Gesellschfaft diffundiert, wo es wiederum als Grundlage für die Entstehung von Gelegenheiten für Entrepreneurs dient.
Die Interaktion zwischen Innovation bzw. Entrepreneurship und den beispielhaft aufgeführten externen Einflüssen machen den enormen Stellenwert von Innovation für die makroökonomische und -soziale Entwicklung in Schumpeters Theorie deutlich. Innovation ist dabei in gleichem Maß deren Ursache wie Konsequenz.
05.12.08





