Entrepreneurship in den Arbeiten von Frank Hyneman Knight gründet auf drei wesentlichen Säulen: Innovativität, Anpassungsvermögen und Umgang mit Unsicherheit. Insbesondere die Fähigkeiten des Entrepreneurs, aus Unsicherheit und Ungewissheit Vorteile zu ziehen, indem nicht datenbasiertes Risikomanagement, sondern vielmehr Intuition zum Einsatz kommt, bestimmen die "Qualität" des Entrepreneurs und seine Fähigkeit "pure profits" zu erzielen.
Analog zu den Theorien von Schumpeter und Kirzner kritisiert auch Knight die Annahmen des neo-klassichen Modells, insbesondere die des perfekten Wettbewerbs, als unrealistisch, weil per Definition Irrtümer, dynamische Anpassungsprozesse und Probleme wie Unsicherheit oder unvollständige Information gänzlich ignoriert werden. Damit bleibt kein Raum für innovative Aktivitäten oder Entrepreneurship, weil die Marktteilnehmer lediglich mechanistisch gemäß der gleichgewichtigen Kombination aus Preis und Menge entscheiden und kreativer Spielraum per Definition ausgeschlossen wird.
Entrepreneurship als Aktion - Dynamische statt statischer Effizienz
Als Gegenentwurf zu dem strikten neo-klassischen Modell nimmt Knight ähnlich wie Schumpeter an, dass Entrepreneurship zum großen Teil aus Innovativität oder ökonomischer Pionierarbeit besteht. Neue Produkte, Märkte, Prozesse oder veränderte Rahmenbedingungen erlauben dem findigen Entrepreneur, seine Rendite über den "konventionellen" Marktsatz auszudehnen und damit reine Gewinne oder "pure profits" zu realisieren. Wettbewerb ist unter dieser Annahme kein Gleichgewichtszustand mehr, der durch statische Effizienz, also die Allgemeingültigkeit der markträumenden Preis-Menge-Kombination, charakterisiert wird, sondern ein dynamisches Konzept, in dem temporäre Monopole durch Innovationen entstehen. Dabei ist es Aufgabe des Entrepreneurs, durch weiter- und neuentwickelte Ideen ein neues, überlegenes Monopol zu schaffen, also den Schumpeterschen Prozess "kreativer Zerstörung" zu befeuern.
Entrepreneurship als Reaktion auf Unsicherheit
Knight sieht den Entrepreneur aber nicht nur als Quelle für Innovationen im herkömmlichen Sinn, sondern verweist auf eine zweite Säule für Entrepreneurship und die Erzeugung von "pure profits": Anpassungsfähigkeit. Die Geschwindigkeit und vor allem die die Akkuratheit der Reaktion auf veränderte soziale, politische oder ökonomische Rahmenbedingungen sind neben der eigentlichen Innovativität des Entrepreneurs wichtige Erfolgsfaktoren. Die direkten Managementfähigkeiten bzw. die Fähigkeit zur Delegation charakterisieren dabei erfolgreiche Unternehmungen.
Die dritte und wichtigste Säule in Knights Charakterisierung von Entrepreneurship ist der Umgang mit Unsicherheit. Unsicherheit ist inhärent in ökonomischen Prozessen und Entscheidungen und insbesondere bei der Beurteilung innovativer Ideen höchstrelevant. Unsicherheit im Sinne von Knight meint dabei nicht die Unvollständigkeit von Information, die theoretisch zu bestimmten Kosten beschafft werden könnte oder für die zumindest Wahrscheinlichkeiten kalkuliert werden können, sondern vollkommene Ungewissheit über das Ausmaß und die Konsequenzen einer Entscheidung. Die Rolle des Entrepreneurs, im Gegensatz zu rationalem, faktenbasiertem Risikomanagement, ist dabei abzuschätzen, ob eine Unternehmung unter Berücksichtigung unsicherer Konsequenzen per Saldo profitabel ist oder nicht. Es geht dabei nicht um "Glücksspiel" oder Zufall, sondern vielmehr um die Abwägung des Riskos durch Unsicherheit gegen die Erträge, die eine innovative Unternehmung hervorbringen kann. Die "Qualität" des Entrepreneurs und das Ausmaß der erzielbaren "pure profits" ist in Knights Argumentation wesentlich durch diese Fähigkeiten bestimmt. Überdurchschnittliches Urteilungsvermögen in Situationen, deren Ausgang unsicher in obigem Sinne und damit riskant ist, macht also die wesentliche Eigenschaft des Entrepreneurs aus.
Weitere Ergebnisse zu wissenschfatlichen Ergebnissen, die sich mit den Eigenschaften des Entrepreneurs beschäftigen finden Sie unter "Wer ist ein Entrepreneur?".
Quellen:
Knight, F. H. (2002). Risk, Uncertainty and Profit (reprinted.). Washington, DC: Beard Books.
Knight, F. H. (1942). Profit and Entrepreneurial Functions. The Journal of Economic History, 2, 126–132.
verfügbar unter www.jstor.org/stable/2112940.
Entrepreneurship als Aktion - Dynamische statt statischer Effizienz
Als Gegenentwurf zu dem strikten neo-klassischen Modell nimmt Knight ähnlich wie Schumpeter an, dass Entrepreneurship zum großen Teil aus Innovativität oder ökonomischer Pionierarbeit besteht. Neue Produkte, Märkte, Prozesse oder veränderte Rahmenbedingungen erlauben dem findigen Entrepreneur, seine Rendite über den "konventionellen" Marktsatz auszudehnen und damit reine Gewinne oder "pure profits" zu realisieren. Wettbewerb ist unter dieser Annahme kein Gleichgewichtszustand mehr, der durch statische Effizienz, also die Allgemeingültigkeit der markträumenden Preis-Menge-Kombination, charakterisiert wird, sondern ein dynamisches Konzept, in dem temporäre Monopole durch Innovationen entstehen. Dabei ist es Aufgabe des Entrepreneurs, durch weiter- und neuentwickelte Ideen ein neues, überlegenes Monopol zu schaffen, also den Schumpeterschen Prozess "kreativer Zerstörung" zu befeuern.
Entrepreneurship als Reaktion auf Unsicherheit
Knight sieht den Entrepreneur aber nicht nur als Quelle für Innovationen im herkömmlichen Sinn, sondern verweist auf eine zweite Säule für Entrepreneurship und die Erzeugung von "pure profits": Anpassungsfähigkeit. Die Geschwindigkeit und vor allem die die Akkuratheit der Reaktion auf veränderte soziale, politische oder ökonomische Rahmenbedingungen sind neben der eigentlichen Innovativität des Entrepreneurs wichtige Erfolgsfaktoren. Die direkten Managementfähigkeiten bzw. die Fähigkeit zur Delegation charakterisieren dabei erfolgreiche Unternehmungen.
Die dritte und wichtigste Säule in Knights Charakterisierung von Entrepreneurship ist der Umgang mit Unsicherheit. Unsicherheit ist inhärent in ökonomischen Prozessen und Entscheidungen und insbesondere bei der Beurteilung innovativer Ideen höchstrelevant. Unsicherheit im Sinne von Knight meint dabei nicht die Unvollständigkeit von Information, die theoretisch zu bestimmten Kosten beschafft werden könnte oder für die zumindest Wahrscheinlichkeiten kalkuliert werden können, sondern vollkommene Ungewissheit über das Ausmaß und die Konsequenzen einer Entscheidung. Die Rolle des Entrepreneurs, im Gegensatz zu rationalem, faktenbasiertem Risikomanagement, ist dabei abzuschätzen, ob eine Unternehmung unter Berücksichtigung unsicherer Konsequenzen per Saldo profitabel ist oder nicht. Es geht dabei nicht um "Glücksspiel" oder Zufall, sondern vielmehr um die Abwägung des Riskos durch Unsicherheit gegen die Erträge, die eine innovative Unternehmung hervorbringen kann. Die "Qualität" des Entrepreneurs und das Ausmaß der erzielbaren "pure profits" ist in Knights Argumentation wesentlich durch diese Fähigkeiten bestimmt. Überdurchschnittliches Urteilungsvermögen in Situationen, deren Ausgang unsicher in obigem Sinne und damit riskant ist, macht also die wesentliche Eigenschaft des Entrepreneurs aus.
Weitere Ergebnisse zu wissenschfatlichen Ergebnissen, die sich mit den Eigenschaften des Entrepreneurs beschäftigen finden Sie unter "Wer ist ein Entrepreneur?".
Quellen:
Knight, F. H. (2002). Risk, Uncertainty and Profit (reprinted.). Washington, DC: Beard Books.
Knight, F. H. (1942). Profit and Entrepreneurial Functions. The Journal of Economic History, 2, 126–132.
verfügbar unter www.jstor.org/stable/2112940.
02.12.08





